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Für uns tradi­ti­ons­be­wussten Redak­teure vom Eiben­reiter versteht sich der obliga­to­rische Kirchgang am Oster­sonntag natürlich von selbst. Da man aller­dings nicht im heimi­schen Franken weilte, sondern auf der Durch­reise in das malerische Elbsand­stein­ge­birge war, wurde kurzerhand beschlossen, der Verkün­digung der frohen Oster­bot­schaft im Rosen­keller in Jena zu lauschen.

Hier riefen „Der Blutharsch and the infinite Church of the leading Hand“ &CNTMPT“ aus Leipzig ihre Jünger in Form einer buntge­mischten Schar aus Black-Metallern, Neofolkern und Krautro­ckern zusammen, um gemeinsam einen kurzwei­ligen Konzert­abend zu verleben. 

Auch ohne Live-Act recht­fertigt alleine schon das urig-intime Ambiente des gewöl­be­ar­tigen „Studen­ten­klubs Rosen­keller“ einen Besuch des Etablis­se­ments. Zentral gelegen in der Jenaer Fußgän­gerzone bietet das Umfeld des Klubs alles, um sich die Zeit vor dem Konzert noch mit einem Snack oder einem Bier in einem der vielen umlie­genden Restau­rants und Bars zu vertreiben.

(c) K.Liebschwager
© K.Liebschwager

CNTMPT

Die Leipziger CNTMPT (contempt) ließen nach einem stimmungs­vollen Intro den atmosphä­ri­schen Knüppel aus dem Sack. Stetig pendelnd zwischen Raserei und Melodie wusste das Trio im Kontext modernen Black-Metals durchaus zu gefallen. Hierbei ist aber anzumerken, dass die Aufmerk­samkeit des geneigten Hörers doch hin und wieder, ob der hypno­ti­schen Monotonie einiger Songs, auf die Probe gestellt wurde. Nomen est Omen….trägt das aktuelle Album doch den Titel „Towards Neglect“, was eine Störung der Aufmerk­samkeit in Folge einer neuro­lo­gi­schen Erkrankung bedeutet. Grund­sätzlich lässt sich aber sagen, dass mich CNTMPT technisch und vor allem inhaltlich trotz einiger Längen überzeugen konnten.

(c) K.Liebschwager
© K.Liebschwager

Der Blutharsch and the infinite church of the leading hand

Dem öster­lichen Gedanken folgend vertrieben „Der Blutharsch and the infinite Church of the leading Hand“ im Anschluss die von CNTMPT zurück­ge­lassene frostige Atmosphäre der Hoffnungs­lo­sigkeit restlos aus dem Gewöl­be­keller. Dabei ging es zwar nicht weniger atmosphä­risch zu als beim Opener, wohl aber psyche­de­li­scher, farben­froher und wesentlich tanzbarer, was ein Blick ins Publikum bestä­tigte. Kein Wunder, hatte die Formation doch viele Stücke ihres neuen Albums „Wish I Weren’t Here“ im Gepäck, die live beinahe allesamt druck­voller und rockiger als auf dem Album daher­kamen. Ein nicht geringer Teil der auf das Publikum übertra­genen Energie war aber definitiv auch der Spiel­freude der Psyche­delic-Urgesteine zuzurechnen, die sich trotz Tour-Abschluss zum neuen Album noch einmal in Höchstform präsen­tierten. 

Wir haben jeden­falls einen wirklich gelun­genen Oster­sonntag mit zwei sehr gegen­sätz­lichen Bands in Jena erleben dürfen, wobei wir für den Rosen­keller als Location definitiv eine Empfehlung aussprechen können.

:JS: :TS: :KL: