Der Blutharsch und CNTMPT im Rosenkeller in Jena

Der Blutharsch und CNTMPT im Rosenkeller in Jena

Hier rie­fen Der Blutharsch and the infi­ni­te Church of the lea­ding Hand“ & CNTMPT“ aus Leip­zig ihre Jün­ger in Form einer bunt­ge­misch­ten Schar aus Black-Metal­lern, Neo­fol­kern und Krautro­ckern zusam­men, um gemein­sam einen kurz­wei­li­gen Kon­zert­abend zu ver­le­ben. 

Auch ohne Live-Act recht­fer­tigt allei­ne schon das urig-inti­me Ambi­en­te des gewöl­be­ar­ti­gen Stu­den­ten­klubs Rosen­kel­ler“ einen Besuch des Eta­blis­se­ments. Zen­tral gele­gen in der Jena­er Fuß­gän­ger­zo­ne bie­tet das Umfeld des Klubs alles, um sich die Zeit vor dem Kon­zert noch mit einem Snack oder einem Bier in einem der vie­len umlie­gen­den Restau­rants und Bars zu ver­trei­ben.

Die Leip­zi­ger CNTMPT (con­tempt) lie­ßen nach einem stim­mungs­vol­len Intro den atmo­sphä­ri­schen Knüp­pel aus dem Sack. Ste­tig pen­delnd zwi­schen Rase­rei und Melo­die wuss­te das Trio im Kon­text moder­nen Black-Metals durch­aus zu gefal­len. Hier­bei ist aber anzu­mer­ken, dass die Auf­merk­sam­keit des geneig­ten Hörers doch hin und wie­der, ob der hyp­no­ti­schen Mono­to­nie eini­ger Songs, auf die Pro­be gestellt wur­de. Nomen est Omen….trägt das aktu­el­le Album doch den Titel Towards Neglect“, was eine Stö­rung der Auf­merk­sam­keit in Fol­ge einer neu­ro­lo­gi­schen Erkran­kung bedeu­tet. Grund­sätz­lich lässt sich aber sagen, dass mich CNTMPT tech­nisch und vor allem inhalt­lich trotz eini­ger Län­gen über­zeu­gen konn­ten.

Dem öster­li­chen Gedan­ken fol­gend ver­trie­ben Der Blutharsch and the infi­ni­te Church of the lea­ding Hand“ im Anschluss die von CNTMPT zurück­ge­las­se­ne fros­ti­ge Atmo­sphä­re der Hoff­nungs­lo­sig­keit rest­los aus dem Gewöl­be­kel­ler. Dabei ging es zwar nicht weni­ger atmo­sphä­risch zu als beim Ope­ner, wohl aber psy­che­de­li­scher, far­ben­fro­her und wesent­lich tanz­ba­rer, was ein Blick ins Publi­kum bestä­tig­te. Kein Wun­der, hat­te die For­ma­ti­on doch vie­le Stü­cke ihres neu­en Albums Wish I Weren’t Here“ im Gepäck, die live bei­na­he alle­samt druck­vol­ler und rocki­ger als auf dem Album daher­ka­men. Ein nicht gerin­ger Teil der auf das Publi­kum über­tra­ge­nen Ener­gie war aber defi­ni­tiv auch der Spiel­freu­de der Psy­che­de­lic-Urge­stei­ne zuzu­rech­nen, die sich trotz Tour-Abschluss zum neu­en Album noch ein­mal in Höchst­form prä­sen­tier­ten. 

Wir haben jeden­falls einen wirk­lich gelun­ge­nen Oster­sonn­tag mit zwei sehr gegen­sätz­li­chen Bands in Jena erle­ben dür­fen, wobei wir für den Rosen­kel­ler als Loca­ti­on defi­ni­tiv eine Emp­feh­lung aus­spre­chen kön­nen.